Evaluation psychischer Belastungen

Kreislauf der Evaluation psychischer Belastungen am Arbeitsplatz

Kreislauf der Evaluation psychischer Belastungen am Arbeitsplatz


Die Evaluation psychischer Belastungen am Arbeitsplatz ist für sich nichts Neues – schon in der ersten Fassung des ArbeitnehmerInnen-Schutzgesetzes (ASchG, 1994) wurde die Evaluation sämtlicher arbeitsplatzspezifischer, gesundheitsgefährdender Belastungen vorgeschrieben, was psychische Belastungen einschließt.

Seit der Novellierung des ASchG wird gesondert auf die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz hingewiesen. Insbesondere werden ArbeitspsychologInnen als ExpertInnen für die Evaluation vorgeschlagen, welche im Rahmen von bis zu 25% der vorgeschriebenen Präventionszeit mit der Evaluation & Maßnahmenumsetzung betraut werden können.

Projekte zur Evaluation psychischer Belastungen bearbeiten wir bevorzugt unter Einsatz der Task Force, die mit besonderem Fokus auf den arbeitspsychologischen Kontext mit Dipl.-Psychologin Nina Rammerstofer gebildet wurde.

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Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zur Evaluation von psychischen Belastungen in Ihrer Organisation:

  • Gesetzliche Grundlagen
  • Belastung - nicht Beanspruchung
  • Prävention ermöglichen
  • Qualität der Erhebung
  • Messverfahren
Seit der Novellierung des ArbeitnehmerInnenschutz-Gesetzes im Jahr 2013 wird im Gesetzestext verstärkt auf die Erhebung psychischer Belastungen im Zuge der Arbeitsplatzevaluierung (§4) im Gesetzestext hingewiesen. ASchG §1(7) definiert den Umfang der Gefahrenverhütung folgendermaßen:

§1(7)Unter Gefahrenverhütung im Sinne dieses Bundesgesetzes sind sämtliche Regelungen und Maßnahmen zu verstehen, die zur Vermeidung oder Verringerung arbeitsbedingter Gefahren vorgesehen sind. Unter Gefahren im Sinne dieses Bundesgesetzes sind arbeitsbedingte physische und psychische Belastungen zu verstehen, die zu Fehlbeanspruchungen führen.

Gesundheit umfasst demnach sowohl physische als auch psychische Komponenten:

§1(7a) Unter Gesundheit im Sinne dieses Bundesgesetzes ist physische und psychische Gesundheit zu verstehen.
Die Evaluation psychischer Belastungen hat zum Ziel, das psychische Belastungspotential verschiedener Arbeitsplatz-Typen innerhalb der Organisation zu erheben. Das bedeutet, dass die Faktoren erhoben werden sollen, welche generell vorhandene, psychische Belastungen für ArbeitnehmerInnen darstellen können, die diesen Arbeitsplatz einnehmen.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zum Konzept der Beanspruchung: Einzelne MitarbeiterInnen können durch vorhandene Belastungsfaktoren mehr beansprucht werden, als andere KollegInnen.

Die Arbeitsplatzevaluation gemäß ASchG zielt ausschließlich darauf ab, die vorhandenen Belastungsfaktoren zu identifizieren. Der Grund dafür ist, dass nach der Erhebung arbeitsplatzbezogene Belastungen systematisch verringert werden können, was eine Senkung des Riskios individueller Überbeanspruchung bedeutet. Für weiterführende Informationen zum Thema empfehlen wir den Leitfaden für Arbeitsplatzevaluation psychischer Belastungen (.pdf), der von der Arbeitsinspektion Österreich herausgegeben wurde.
Ganz im Sinne des Präventionsgedankens unterstützt die Evaluation psychischer Belastungen ein frühzeitiges Erkennen besonderer Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz und ermöglicht dadurch ein Verhindern von negativen Folgen psychischer Überbeanspruchung der MitarbeiterInnen, bevor sie auftreten.
Die Notwendigkeit von Prävention von psychischen Überbeanspruchungen wird unter anderem auch anhand ihrer Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit von MitarbeiterInnen deutlich:

Krankenstandsfälle auf 1.000 Erwerbstätige (Quelle: "Volkswirtschaftliche Analyse eines rechtzeitigen Erkennens von Burnout (2013)"

Krankenstandsfälle auf 1.000 Erwerbstätige (Quelle: „Volkswirtschaftliche Analyse eines rechtzeitigen Erkennens von Burnout (2013)“)

Der Anteil an Krankenstandsfällen, der durch „psychische Störungen“ oder „Verhaltensstörungen“ bedingt ist, stieg im Zeitraum zwischen 2000-2012 um ca. 65%. Die Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen für Organisationen liegen auf der Hand – um Produktivität zu erhalten, ist Gesundheit der MitarbeiterInnen eine notwendige Voraussetzung.
Die Erhebung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz muss im Zuge der Arbeitsplatzevaluierung mittels theoretisch fundierter, empirisch geprüfter arbeitspsychologischer Testverfahren, welche den Qualitätsanforderungen der Normreihe ÖNORM DIN EN ISO 10075 „Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung“ entsprechen, stattfinden.
Das Team der verfügt über ein reiches Methodenwissen und arbeitet mit den modernsten Verfahren, die am Markt zur Verfügung stehen, um die hohen Anforderungen, die eine nachhaltige Belastungsevaluierung mit sich bringt, optimal erfüllen zu können.
Eine Einschränkung auf spezifische Verfahren ist bei einer Evaluation psychischer Belastungen, die sich nach der ÖNORM EN ISO 10075 richtet, nicht möglich: Jedes Unternehmen bringt bestimmte Voraussetzungen mit, die den Einsatz unterschiedlicher Verfahren nötig machen. Deshalb bietet das Team von MAPS eine Breite Vielfalt an diagnostischen Methoden, um den Anforderungen in Organisationen gerecht zu werden.